Samstag 14:00, 08. September 2018

Denk nicht daran - Schlaf drüber

Brain Parcours: Stationen des Denkens

Selbst das schlafende Gehirn scheint nie zu ruhen. Während dem Schlaf spielen sich eine ganze Reihe von Prozessen ab, die nicht nur für unsere Denkarbeit, sondern auch für unser körperliche Gesundheit wesentlich sind.

Selbst das schlafende Gehirn scheint nie zu ruhen. Bizarre Traumerlebnisse von frisch Erwachten weisen möglicherweise darauf hin, dass während dem Schlafen Erlebnisse und Gelerntes in die individuelle Geschichte eingeordnet werden. Dabei kommen Figuren, Gefühle und Erlebnisse zusammen, die zuvor noch unabhängig erschienen. Dieses Einflechten in bestehende Netzwerke verleiht Erinnerungen nicht nur Stabilität, es macht sie auch dauerhafter. 

Seit geraumer Zeit wird darüber spekuliert, ob schlafabhängige Prozesse dazu beitragen, kreativere Lösungsansätze zu finden, und neuere Untersuchungen legen nahe, dass wir Aufgaben nach dem Schlafen mit einer grösseren kognitiven Flexibilität angehen. Diese ermöglicht es uns beispielsweise, verdeckte Regeln zu erkennen, mit der man Aufgaben rascher lösen kann. Wir Schlafforschenden der Universität Zürich gehen davon aus, dass sich während dem Schlaf eine ganze Reihe an Prozessen abspielen, die für unsere Denkarbeit wesentlich sind. Wir untersuchen aber auch Mechanismen, die unser Schlafverhalten beeinflussen und wie sich dieses wiederum auf unsere geistige und körperliche Gesundheit auswirkt.

In der Installation Denk nicht daran - Schlaf drüber  ist eine Person zu sehen, die im Anschluss an den Ausstellungsbesuch hier in der Kunsthalle geschlafen hat. Die Elektroden ermöglichen das Ableiten von Hirnströmen, Augenbewegungen und Muskelspannung, und über die Infrarot-Kamera werden Bewegungen registriert. Dadurch können Häufigkeit und Dauer von Schlafphasen bestimmt werde


Dr. Mick Lehmann ist Postdoktorand in der Chronobiologie und Schlafforschung am Institut für Pharmakologie und Toxologie der Universität Zürich. Mehr




Kamera und Schnitt: Barbara Krieger
Kamera und Schnitt: Björn Rasch
Kamera und Schnitt: Francesca Siclari
Lesen im Bett: Am Anfang der Nacht liegen wir im Wachzustand entspannt im Bett. Hier sieht man an den <i>Augenbewegungen</i>, dass noch gelesen wird und die Augen den Zeilen folgen. Lesen im Bett: Am Anfang der Nacht liegen wir im Wachzustand entspannt im Bett. Hier sieht man an den Augenbewegungen, dass noch gelesen wird und die Augen den Zeilen folgen.
Wach vor Einschlafen: Hier sind die Augen bereits geschlossen und die Person versucht einzuschlafen. Das ist daran zu erkennen, dass an den Kopfkanälen sogenannte Alpha-Wellen auftreten. Diese stechen aus dem restlichen Muster heraus und erinnern an eine dichte Bleistift-Schraffierung. Wach vor Einschlafen: Hier sind die Augen bereits geschlossen und die Person versucht einzuschlafen. Das ist daran zu erkennen, dass an den Kopfkanälen sogenannte Alpha-Wellen auftreten. Diese stechen aus dem restlichen Muster heraus und erinnern an eine dichte Bleistift-Schraffierung.
Einschlafphase: Im Einschlafstadium verschwindet der Alpha-Rhythmus (siehe Wachzustand) allmählich und die <i>Augen</i> beginnen, sich langsam seitlich zu bewegen, was in den Augenkanälen als eine leichte Wellenform zu erkennen ist. Einschlafphase: Im Einschlafstadium verschwindet der Alpha-Rhythmus (siehe Wachzustand) allmählich und die Augen beginnen, sich langsam seitlich zu bewegen, was in den Augenkanälen als eine leichte Wellenform zu erkennen ist.
Leichter Schlaf: Im Stadium des leichten Schlafs entspannen sich die Muskeln und die <i>Augen</i> bewegen sich kaum noch. An den Kanälen ‘Stirn' und ‘Kopfzentrum' sind spitze Zacken und Schlafspindeln zu sehen. Letztere sind an ihrer verdichteten Erscheinung zu erkennen. Ihnen wird zusammen mit grossen und langsamen Wellen, wie sie im Tiefschlaf vorkommen, eine gedächtnisförderliche Rolle zugeschrieben. Leichter Schlaf: Im Stadium des leichten Schlafs entspannen sich die Muskeln und die Augen bewegen sich kaum noch. An den Kanälen ‘Stirn' und ‘Kopfzentrum' sind spitze Zacken und Schlafspindeln zu sehen. Letztere sind an ihrer verdichteten Erscheinung zu erkennen. Ihnen wird zusammen mit grossen und langsamen Wellen, wie sie im Tiefschlaf vorkommen, eine gedächtnisförderliche Rolle zugeschrieben.
Tiefschlaf: In der Aufzeichnung der Gehirnströme zeigen sich im Stadium des Tiefschlafs langsame und hohe Wellen. Je häufiger diese sogenannten Delta-Wellen auftreten, desto tiefer schläft die Person. Mit zunehmendem Alter treten diese Wellen im Schlaf immer seltener auf und werden durch weniger tiefen oder allgemein weniger Schlaf ersetzt.  Die Aktivitätsveränderungen sind so stark, dass sie auch in den <i>Augenkanälen</i> zu sehen sind, die Augen bleiben jedoch ohne Bewegung. Tiefschlaf: In der Aufzeichnung der Gehirnströme zeigen sich im Stadium des Tiefschlafs langsame und hohe Wellen. Je häufiger diese sogenannten Delta-Wellen auftreten, desto tiefer schläft die Person. Mit zunehmendem Alter treten diese Wellen im Schlaf immer seltener auf und werden durch weniger tiefen oder allgemein weniger Schlaf ersetzt. Die Aktivitätsveränderungen sind so stark, dass sie auch in den Augenkanälen zu sehen sind, die Augen bleiben jedoch ohne Bewegung.
REM Schlaf: Besonderes Kennzeichen dieser Phase sind ein ruhender Körper und gleichzeitig schnelle und ruckartige <i>Augenbewegungen</i>. Von letzteren leitet sich auch die Bezeichnung dieses Schlafstadiums ab: REM steht für Rapid Eye Movement.  Man kann in allen Schlafphasen träumen, der REM Schlaf wird aber gemeinhin als Traumschlaf bezeichnet, weil dann die Träume besonders lebhaft und bizarr sein können. Die Gehirnaktivität ist vergleichbar mit dem Wachzustand aber Reize von aussen dringen nicht zum Bewusstsein vor.  Der Ablauf der Schlafphasen von leichtem über tiefen zu REM-Schlaf dauert ca. 90 Minuten und wiederholt sich im Verlaufe der Nacht immer wieder. In der zweiten Nachthälfte dauern die REM-Phasen länger und man träumt intensiver. REM Schlaf: Besonderes Kennzeichen dieser Phase sind ein ruhender Körper und gleichzeitig schnelle und ruckartige Augenbewegungen. Von letzteren leitet sich auch die Bezeichnung dieses Schlafstadiums ab: REM steht für Rapid Eye Movement. Man kann in allen Schlafphasen träumen, der REM Schlaf wird aber gemeinhin als Traumschlaf bezeichnet, weil dann die Träume besonders lebhaft und bizarr sein können. Die Gehirnaktivität ist vergleichbar mit dem Wachzustand aber Reize von aussen dringen nicht zum Bewusstsein vor. Der Ablauf der Schlafphasen von leichtem über tiefen zu REM-Schlaf dauert ca. 90 Minuten und wiederholt sich im Verlaufe der Nacht immer wieder. In der zweiten Nachthälfte dauern die REM-Phasen länger und man träumt intensiver.



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